Die Haut ist eines der größten Organe und auch eines der schwersten, da sie 4-5 Kilogramm wiegt. Die Haut bedeckt die gesamte äußere Oberfläche des Körpers und stellt somit eine Schutzbarriere gegen äußere Einflüsse dar. Sie besteht aus drei Schichten. Die oberste Schicht, die mit der Außenwelt in Kontakt steht, nennt man Epidermis oder Oberhaut. Darauf folgt die mittlere Schicht, die Lederhaut oder Dermis genannt wird. Die innerste Schicht heißt Unterhaut. Alle drei Schichten unterscheiden sich stark in ihrer Anatomie und Funktion.

Die Haut hat mehr Funktionen, als man denken würde
Die Hauptaufgabe der Haut ist es, uns vor äußeren Einflüssen zu schützen. Sie stellt die erste Verteidigungslinie dar und schützt so auch unsere Organe. Die Haut bietet mechanischen Schutz, das bedeutet, sie schützt uns vor dem Eindringen von Bakterien und Viren, vor UV-Strahlung sowie vor dem Eindringen von Chemikalien in den Körper. Sie hat auch eine Barrierefunktion. Die Barrierefunktion der Haut schützt uns vor allem vor dem Verdunsten von Wasser.
Mit der Haut nehmen wir auch Druck, Berührung, Schmerz, Juckreiz und Temperatur wahr. Die Haut ist auch an der Thermoregulation beteiligt. Mithilfe der Haut wird die Körpertemperatur reguliert, was beim Erwärmen oder Abkühlen des Körpers hilft. Sie stellt einen Wasserspeicher und einen Energiespeicher in Form von Fett dar, das in der Unterhaut zu finden ist. Über die Haut werden auch schädliche Stoffe aus dem Körper ausgeschieden, und zwar über den Schweiß.
Die Epidermis besteht aus mehreren Schichten
Die Epidermis ist die oberste Hautschicht, die eine Schutzfunktion hat und uns vor äußeren Einflüssen schützt. Die Epidermis besteht aus vier Schichten: Basalschicht (Stratum basale), Stachelzellschicht (Stratum spinosum), Körnerzellschicht (Stratum granulosum) und Hornschicht (Stratum corneum). Die oberste Schicht, die auch Hornschicht oder Stratum corneum genannt wird, besteht aus 20-30 Schichten dünner, flacher Zellen, die als Barriere wirken. In der Körnerzellschicht werden Glykolipide gebildet, die an die Zelloberfläche abgegeben werden und als Klebstoff wirken, sodass die Zellen zusammenhalten. In der untersten Hornschicht werden neue Hautzellen (Keratinozyten) gebildet, die die Hauterneuerung ermöglichen.
Die Epidermis erneuert sich alle 28 Tage
Das ist eine weitere interessante Eigenschaft unserer Haut: Die Epidermis erneuert sich etwa alle 28 Tage. Dabei wird die oberste Schicht abgestorbener Zellen (Korneozyten) abgestoßen, während lebende Zellen (Keratinozyten) an die Oberfläche gelangen. Ähnlich wie das Häuten bei Schlangen, nur nicht so offensichtlich.
Der pH-Wert der Haut beeinflusst die Barrierefunktion entscheidend
Unsere Haut hat auch einen bestimmten pH-Wert, der für ihre normale Funktion wichtig ist. Der pH-Wert steigt schnell von der Hautoberfläche zu den unteren Schichten der Epidermis an (dort entspricht er dem physiologischen pH-Wert von 7,4). Der pH-Wert an der Hautoberfläche liegt bei unverletzter Haut normalerweise zwischen 4 und 5,5. Der pH-Wert der Haut wird von Sebum, Schweiß und Phospholipiden beeinflusst. Der saure Schutzmantel der Haut wirkt sich auf die Barrierefunktion der Epidermis sowie auf den antimikrobiellen Schutz der Haut aus.
Auf der Hautoberfläche finden sich Ausgänge der Talg- und Schweißdrüsen sowie Haare. Durch die Ausgänge der Talgdrüsen befinden sich auch Fette auf der Epidermis, die die Elastizität der Haut ermöglichen und die Entstehung von Schuppen und Rissen verhindern. Die Fette auf der Haut stammen aus zwei Quellen: epidermale Lipide, die die Barrierefunktion der Haut aufrechterhalten, und Sekrete der Talgdrüsen, also Sebum.
Die Lederhaut ist wichtig für die mechanische Festigkeit der Haut
Die Lederhaut oder Dermis ist eine Schicht aus Bindegewebe, die sich zwischen Epidermis und Unterhaut befindet. Die Dermis ist eine faserige Struktur, die aus Kollagen, Elastin, Nervenendigungen, Haarfollikeln und Drüsen besteht. Die Dermis spielt eine wichtige Rolle bei der Unterstützung und dem Schutz der Haut sowie der tieferen Schichten und hilft auch bei der Thermoregulation. In der Dermis finden sich hauptsächlich Zellen, die Fibroblasten genannt werden. Diese sind an der Synthese neuer Kollagengewebe beteiligt. In der Dermis gibt es auch Immun- und Fettzellen, die ebenfalls eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der normalen Struktur und Funktion der Dermis spielen.
Kollagen ist das am dichtesten vertretene Protein in der Dermis. Es spielt eine wichtige Rolle, da es der Haut mechanische Festigkeit verleiht. In der Dermis findet man Kollagen Typ I und Kollagen Typ III. Kollagen kommt auch in Muskeln, Knochen, Zähnen, Knorpel sowie in den Wänden aller Körperorgane vor. Elastin spielt in der Dermis ebenfalls eine wichtige strukturelle Rolle.

Interessante Tatsache: Talgdrüsen und eine Art von Schweißdrüsen werden erst in der Pubertät aktiv
In der Lederhaut finden sich auch alle Hautanhangsgebilde – also Haarfollikel, Talgdrüsen und Schweißdrüsen. Die Talgdrüsen sind in der Kindheit nicht aktiv, sie beginnen erst in der Pubertät aufgrund hormoneller Einflüsse zu arbeiten. Sie sind dicht am Gesicht, hinter den Ohren, am oberen Brustkorb und am Rücken vorhanden. Bei fettiger Haut sind die Talgdrüsen größer als bei trockener Haut. Über die Talgdrüsen wird Sebum ausgeschieden, das aus Triglyzeriden, Squalen und Sterolen besteht. In der Dermis gibt es zwei Arten von Talgdrüsen: die sogenannten apokrinen Schweißdrüsen und die ekkrinen Schweißdrüsen. Die ekkrinen Schweißdrüsen sind an der Thermoregulation beteiligt, ihr Schweiß besteht zu 99 % aus Wasser und zu 1 % aus Salz. Die apokrinen Schweißdrüsen werden erst in der Pubertät aktiv. Apokriner Schweiß hat einen charakteristischen Geruch und besteht aus Cholesterin, Triglyzeriden und Fettsäuren.
Unterhaut
Die Unterhaut ist der umfangreichste und dickste Teil der Haut, der überwiegend aus Fettgewebe besteht. Die Unterhaut macht etwa 10 % des Körpergewichts aus, sodass wir beim nächsten Wiegen diese 10 % getrost abziehen können. Spaß beiseite. Die Unterhaut schützt mechanisch unsere inneren Organe. Aufgrund ihres hohen Fettgehalts stellt sie eine ausgezeichnete Wärmedämmung für unsere lebenswichtigen Organe dar und dient als Energiespeicher. In der Unterhaut werden zahlreiche Hormone synthetisiert.
Der Blog entstand in Zusammenarbeit mit Cosmedoc.si
