Wir schenken normalerweise viel Aufmerksamkeit dem Schutz von Gesicht und Körper, aber was ist mit den Haaren, die ebenfalls der Sonneneinstrahlung ausgesetzt sind? Kennen Sie den Begriff der Haar-Photostressung? Können Sie fünf Produkte zum Schutz der Haare vor der Sonne nennen?
In diesem Blogbeitrag erklären wir, warum es wichtig ist, auch Haare und Kopfhaut zu schützen und wie man das am einfachsten macht.
Aufbau der Haare
Das Haar besteht aus Rinde, Kutikula und Mark. Die Rinde macht 90 % des Gesamtgewichts der Haare aus. Diese Schicht verleiht dem Haar Flexibilität, Stärke, Elastizität und Farbe. Haare bestehen hauptsächlich aus Keratin (85 %), Lipiden und anderen Molekülen wie Melanin (Pigment).
Wie schädigt UV-Licht die Haare?
Die Tatsache, dass mehr als die Hälfte der weiblichen Bevölkerung Haarfärbemittel verwendet, ist nicht überraschend. Solche Haare sind chemisch geschädigt und zusätzlich äußeren Einflüssen wie UV-Strahlung und Zigarettenrauch ausgesetzt. Was sind die Folgen?
UVB-Strahlung wirkt auf alle Haarschichten, ihre Intensität nimmt jedoch durch die Schichten ab. Sind die Haare geschädigt (durch Färben oder Bleichen), kann die Strahlung bis zur Rinde vordringen und dort strukturelle Veränderungen verursachen. UVA-Strahlung dringt noch tiefer bis zur Rinde vor.
Haar-Photostressung
Die wichtigste Folge der UV-Strahlung ist die Verringerung der mechanischen Festigkeit der Haarfasern durch das Brechen der Verbindungen zwischen den Fasern (Disulfidbrücken) sowie der Abbau von Proteinen. Außerdem entstehen reaktive Sauerstoffverbindungen (vor allem durch UVA-Licht). Die Haare werden dadurch poröser, die Haarfasern weniger stabil. Das bedeutet, dass die Haare schneller brechen, rauer sind, die Spitzen gespalten und die Haare insgesamt leblos und glanzlos erscheinen.
Pigmente schützen die Haare
Es gibt zwei Arten von Melaninpigmenten: Eumelanin und Phäomelanin. Beide schützen uns vor den Auswirkungen der UV-Strahlung, wobei Eumelanin stabiler ist und besseren Schutz bietet. Graue Haare sind anfälliger für Schäden, da sie keine Pigmente mehr enthalten, die sie schützen könnten.
Welche Stoffe schützen unsere Haare in Kombination mit UV-Filtern?
- Pflanzenextrakte haben eine antioxidative Wirkung (Ginkgo, Kamelie, Weinrebe, Acai, Artischocke, Granatapfel, Reis…)
- Vitamine wirken antioxidativ und verhindern oder verlangsamen photobedingte Schäden (Beta-Carotin, Retinylpalmitat, Tocopherylacetat…)
- Silikone bilden auf dem Haar einen Film und helfen, geschädigte Haarbereiche zu regenerieren
- Aminosäuren erhöhen die Widerstandsfähigkeit der Fasern (hydrolysierte Pflanzenproteine)
UV-Filter
Grundsätzlich werden für Haarpflegeprodukte ähnliche Filter verwendet wie für Hautschutz, diese bilden jedoch keinen Film und haften nicht dauerhaft am Haar. Wenn ein Shampoo UV-Filter enthält, werden diese mit dem Shampoo ausgewaschen. Etwas länger bleiben sie auf dem Haar, wenn sie in einem Spray oder einem Leave-in-Conditioner enthalten sind, wodurch die Filter eine größere Chance haben, am Haar zu haften. Heutzutage werden meist Filter verwendet, die am Haar haften und somit länger schützen können (Cinamidopropyltrimoniumchlorid, Dimethylpabamidopropyllauridmoniumtosylat).
Wie sieht es mit Nahrungsergänzungsmitteln aus?
Stress, schlechte Ernährung, Sonne und Zigarettenrauch sind nur einige Faktoren, die unsere Haare stark beeinträchtigen können. Neben Haarbruch und gespaltenen Spitzen kann es zu übermäßigem Haarausfall oder sogar Kahlheit kommen, und die Haare werden dünner. Viele greifen daher zu Nahrungsergänzungsmitteln, um die Haare kräftiger, gesünder und weniger ausfallend zu machen. Dabei ist jedoch Vorsicht geboten, da zu hohe Dosierungen den gegenteiligen Effekt haben können. Im Bild unten sind die täglich erlaubten Mengen an Mikronährstoffen dargestellt, die sich positiv auf unsere Haare auswirken können.

Wie wirkt sich UV-Strahlung auf unsere Kopfhaut aus?
Viele Veränderungen der Kopfhaut stehen im Zusammenhang mit UV-Strahlung. Einige davon sind aktinische Keratose, erythematöser Lupus, das Syndrom der roten Kopfhaut sowie die Verschlechterung von atopischem oder seborrhoischem Dermatitis. Meist werden die Veränderungen als juckendes, brennendes Gefühl beschrieben, manchmal kommt es zu Entzündungen oder zu ständigen Verbrennungen auf der Kopfhaut.
Wie schützt man die Kopfhaut?
Sonnenschutzcremes sind weit verbreitet und schützen die Haut gut, ihre Anwendung auf der Kopfhaut ist jedoch unbeliebt, außer bei komplett kahlen Stellen. Am besten schützen nach wie vor Kopfbedeckungen die Kopfhaut, auch wenn manche keine Fans von Hüten oder Mützen sind.
Generell gibt es nur wenige Studien, die einen angemessenen Sonnenschutz der Kopfhaut belegen. Daher besteht hier noch viel Spielraum für Forschung und möglicherweise neue Produkte auf dem Markt.
SPF für Haare?
Zum Schutz der Haare kann man keinen SPF verwenden, stattdessen wird der Begriff HPF verwendet, der für Hair Protection Factor steht. Dieser wird als Unterschied in den mechanischen Eigenschaften der geschützten Haare im Vergleich zu ungeschützten gemessen, also Flexibilität, Bruchfestigkeit usw.

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