Die menschliche Haut hat eine wunderbare Fähigkeit, nämlich sich etwa alle 28 Tage zu erneuern – dieser Zyklus kann je nach Zustand und Hauttyp einige Tage kürzer oder länger dauern. Der Erneuerungsprozess ermöglicht es, dass abgestorbene Zellen an der Hautoberfläche abgestoßen werden und Platz für neue Zellen schaffen.
Um den Erneuerungsprozess der Haut zu verstehen, müssen wir die Ursprungszellen verstehen
Die Haut besteht aus Hautzellen. Neue Hautzellen entstehen praktisch ein Leben lang in der Tiefe der Dermis. Die neu entstehenden Hautzellen sind undifferenziert, das heißt, sie sind nicht spezialisiert. Ursprungszellen haben eine Besonderheit, nämlich dass sie sich unbegrenzt teilen können. Neue Hautzellen wandern ständig in Richtung Epidermis, wo sie differenzieren bzw. spezialisieren – sie werden also Hautzellen, deren Aufgabe es ist, eine Barriere zu bilden und den Körper vor äußeren Einflüssen zu schützen. Während der Differenzierung bewegen sich die Hautzellen zur Oberfläche und sterben ab, wenn sie ihre Funktion erfüllt haben – sie verwandeln sich in Korneozyten und werden mit der Zeit von der Hautoberfläche abgestoßen.
Wie schnell sich die Haut erneuern und abgestorbene Zellen von der Hautoberfläche entfernen kann, hängt vom Zustand der Haut ab. Häufig tritt ein Phänomen namens Hyperkeratinisierung auf, was vereinfacht bedeutet, dass abgestorbene Zellen nicht schnell genug entfernt werden und sich auf der Hautoberfläche ansammeln. Wir sehen und fühlen dies als raue Hauttextur. Hyperkeratinisierung tritt meist bei Akne-Haut, verschiedenen Hautkrankheiten wie atopischer Dermatitis, aber auch bei trockener Haut auf. Durch die Anwendung von Peelings kann der Prozess des Abschälens abgestorbener Zellen von der Hautoberfläche beschleunigt und so die Hauttextur geglättet werden.
Welche Arten von Peelings kennen wir?
Wir kennen 3 Arten von Peelings: mechanische, chemische und enzymatische Peelings.
Mechanisches Peeling
Mechanische Peelings sind kosmetische Produkte, die zur Entfernung abgestorbener Hautzellen bestimmt sind und feste Partikel enthalten, die im Träger (Vehikel) des Produkts nicht löslich sind. Die festen Partikel, mit denen abgestorbene Hautzellen entfernt werden, nennt man Abrasive. Mechanische Peelings fördern auch die Mikrozirkulation. Bei überlegter Anwendung haben sie praktisch keine schädlichen Nebenwirkungen. Durch Anpassung der Art der Abrasive und des Vehikels (Öl oder Wasser) können sie so gestaltet werden, dass sie verschiedenen Hauttypen entsprechen.

Früher benutzten unsere Großmütter zum Erreichen eines schöneren Hautbildes Trockenbürsten, eine der besten Methoden zur Entfernung abgestorbener Hautzellen und zur Förderung der Mikrozirkulation. Mit der Entwicklung der Kosmetikindustrie kamen mechanische Peelings auf den Markt, die verschiedene feste Partikel oder Abrasive enthielten. Abrasive werden nach ihrer Löslichkeit, Form und Partikelgröße eingeteilt. Früher waren vor allem grobe Peelings beliebt, die fein gemahlenen Quarzsand, Kerne und Steine von Oliven, Aprikosen, Pfirsichen, Zucker oder Salz enthielten. Es zeigt sich jedoch immer häufiger, dass Peelings mit so groben Partikeln für die Haut nicht geeignet sind, da sie durch ihre unregelmäßige Form Mikroschnitte in der Haut verursachen. Mikroschnitte sind kleine Einschnitte, die mit bloßem Auge nicht sichtbar sind, aber Entzündungen in der Haut hervorrufen. Außerdem entfernen sie einen großen Teil der Oberhaut und damit auch einen Teil der Hautbarriere, was den transepidermalen Wasserverlust erhöht.
Mit dem Bewusstsein, dass mineralische, organische und kristalline Partikel mit scharfen Kanten Hautschäden verursachen können, neigt die Kosmetikindustrie zur Entwicklung sanfterer abrasiver Mittel wie Kaffeepulver, Polyethylen (PE), Polypropylen (PP) und Polyurethan (PUR) Kunststoffpartikel. Neben heilenden Erden (Ton, Bolus alba) sind in mechanischen Peelings auch Jojobaperlen sehr häufig.
Chemische Peelings
Zu den chemischen Peelings gehören sowohl Hydroxysäuren als auch Vitamin-A-Derivate. Chemische Peelings verursachen kontrollierte Schäden an bestimmten Hautpartien, um das Wachstum neuer Hautzellen zu fördern und die Oberflächentextur und das Erscheinungsbild der Haut zu verbessern. Die exfolierende Wirkung chemischer Peelings regt das epidermale Wachstum und die Bildung neuer kollagener Gewebe an.

Alpha-Hydroxysäuren (AHA)
Alpha-Hydroxysäuren sind die am besten erforschten und vermarkteten Hydroxysäuren. Zu den AHA zählen Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure, Apfelsäure und Weinsäure. Sie zeigen eine keratolytische Wirkung, das heißt, sie entfernen die verhornte Hautschicht. Keratolytika verdünnen die Oberhaut an der aufgetragenen Stelle, da sie die äußeren Hautschichten erweichen und abschälen. Sie stimulieren auch die Erneuerung der Oberhaut und die Bildung neuer kollagener Gewebe und wirken dabei zusätzlich feuchtigkeitsspendend.
Beta-Hydroxysäuren (BHA)
Beta-Hydroxysäuren sind auf dem Markt relativ wenig vertreten, da sie recht teuer sind. Viele glauben, dass Salicylsäure eine Beta-Hydroxysäure ist, doch sie gehört aufgrund ihrer Wirkungsweise praktisch in eine eigene Gruppe. Zu den BHA zählen Beta-Hydroxybuttersäure, Tretionsäure und Tropionsäure.
Salicylsäure
Salicylsäure ist eine der Hydroxysäuren, verhält sich aber etwas anders als alle anderen Hydroxysäuren, weshalb sie weder zu AHA noch zu BHA gezählt werden kann. Salicylsäure ist ein klassisches Keratolytikum, das die oberste Schicht abgestorbener Hautzellen abschält. Sie ist die einzige Säure, die die Dicke der Dermis verringert, im Gegensatz zu anderen Hydroxysäuren, die die Synthese von Dermiskomponenten und Kollagen stimulieren. Aufgrund ihrer Lipophilie (Öl affin) dringt sie in tiefere Hautschichten ein und ist daher oft besonders wirksam bei Akne-Haut.
Enzymatische Peelings
Korneozyten (abgestorbene Hautzellen) sind an der Hautoberfläche durch Proteine befestigt. Durch die Anwendung enzymatischer Peelings können abgestorbene Hautzellen von der Oberfläche entfernt werden, da Enzyme die Proteine spalten, die die abgestorbenen Hautzellen befestigen. Sie sorgen für eine sanfte exfolierende Wirkung und folglich für eine glattere Haut. Enzymatische Peelings liegen meist in Pulverform vor, das mit Wasser gemischt wird, um die Enzyme zu aktivieren.
Die am häufigsten verwendeten Enzyme in enzymatischen Peelings nennt man Proteasen oder proteolytische Enzyme. Dazu gehören zum Beispiel Papain, gewonnen aus Papayasaft, und Bromelain, gewonnen aus Ananassaft und -stielen. Enzymatische Peelings sind in der Regel sehr sanft, ihre Wirkung beschränkt sich nur auf die Hautoberfläche.
Wie verwendet man Peelings?
Peelings werden immer auf sauberer Haut angewendet. Während mechanische Peelings einmassiert und mit Wasser abgespült werden, lässt man chemische und enzymatische Peelings länger auf der Haut. Chemische Peelings können auch so sein, dass man sie auf der Haut lässt, manche werden nach einer bestimmten Zeit mit Wasser abgewaschen.
Vor dem Peeling wird eine Hautzustandsanalyse empfohlen, um sicherzustellen, dass die Haut tatsächlich in der Lage ist, mit der geplanten Regeneration zu reagieren. Die Art des Peelings sollte je nach Hauttyp und -zustand sowie begleitenden Indikationen (Akne, Hyperpigmentierungen, atopische Dermatitis) ausgewählt werden. Andernfalls muss man sich bewusst sein, dass der Peelingprozess die Haut zusätzlich schädigen kann, was besonders bei einer geschädigten Hautbarriere problematisch ist.

Die Intervalle der Peelinganwendung müssen an die Fähigkeit der Haut angepasst werden, sich nach dem Peeling zu regenerieren. Nach dem Peeling ist es sehr wichtig, die Haut angemessen zu pflegen und zu schützen. Die Hautpflege nach dem Peeling sollte darauf ausgerichtet sein, den Regenerationsprozess der Haut nicht zu behindern.
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MECHANISCHES PEELING |
CHEMISCHES PEELING |
ENZYMATISCHES PEELING |
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Wirkung |
schält Teile der Oberhaut ab |
schält die Oberhaut ab und dringt in tiefere Hautschichten ein |
schält Teile der Oberhaut ab |
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Indikationen |
atrophische Haut, Keratose |
atrophische Haut, Keratose, Akne, Hyperpigmentierungen, Falten, .. |
atrophische Haut, Hyperpigmentierungen, Akne |
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Kontraindikationen |
Akne, geschädigte Barriere, Rosazea, Hautkrankheiten |
geschädigte Barriere, empfindliche Haut (auch Hautkrankheiten) |
geschädigte Barriere, empfindliche Haut |
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Nebenwirkungen |
trockene Haut, Barriere-Schädigung |
trockene Haut, Barriere-Schädigung (nur bei unsachgemäßer Anwendung), Erythem |
trockene Haut |
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Anwendungsfrequenz |
einmal alle 14 Tage |
bei richtiger Wahl eines Leave-on-Säurepeelings täglich möglich, mit stärkeren Peelings einmal monatlich |
einmal alle 14 Tage |
Blog entstanden in Zusammenarbeit mit Cosmedoc.si
